Bevor sich noch jemand beschwert: Dieser Beitrag wird auf kulinarische Ausschweifungen mal verzichten! 🙂 Trotzdem muss ich noch etwas vom Abendessen erzählen! Unsere Crew ist nicht nur eine wirklich nette Truppe, die Jungs sind auch echte Künstler, denn für unser letztes Abendessen hatten sie sich etwas ganz besonderes ausgedacht. Drei der sieben Gänge servierten sie mit unterschiedlichen aus Lebensmitteln geschnitzten Dekorationen.
Das erste war ein Adler aus Kürbis:

Danach gab es zwei Tauben aus Rettich:

Und zuletzt eine Dschunke aus Wassermelone, Möhren und Kürbis. Selbst die kleinsten Details und sogar unsere – etwas verstümmelten – Namen wurden aus den Früchten herausgeschnitzt. Einfach sensationell! Nur schade, dass wir sie nicht mitnehmen können.



Unser letzter Tag an Bord begann früh, denn vor unserer Rückkehr am frühen Mittag nach Ha Long sollten wir noch ein schwimmendes Fischerdorf besuchen. Ich hatte bereits Fotos dieser Dörfer gesehen. Das, das wir dann aber ansteuerten, war eher eine Enttäuschung, weil es schlicht sehr klein war und deshalb etwas verlassen wirkte. Das war aber wirklich der einzige Programmpunkt auf den ich im Nachhinein hätte verzichten können.


Unsere Rückfahrt nach Hanoi wurde gleich zweimal unterbrochen. Erst machten wir Station in einem kleinen Dorf, in dem die Wasser-Puppentheater-Tradition gepflegt wird. Nach Kaffee und Kuchen gab es eine kurze Aufführung. Der Plot der einzelnen Gerschichtchen war eher mager. Drache trifft Drachin, tanzt etwas, plötzlich gibt es ein Ei und einen Babydrachen, um nur ein Beispiel zu nennen. Aber egal, denn die Puppen waren wirklich liebevoll gestaltet und die Technik, diese Puppen im Wasser stehend zu bespielen, sehr eindrucksvoll. Nur mit der vietnamesischen Musik werde ich nichts warm. Irgendwie klingt es immer, als würde man Micky Maus foltern 🙂
Den zweiten Stopp kannten wir schon von der Hinfahrt, denn erneut wurde uns die Chance gegeben fast alles einzukaufen, was Vietnam zu bieten hat, vorallem aber überlebensgroße Steinstatuen, die an Kitschigkeit kaum zu übertreffen sind. Wer möchte, findet hier auch einen 3×3 Meter Buddha :-). Und die Preise für den Schiffstransport hängen auch gleich aus. Nach Deutschand kostet eine Statue 60.- Euro!!!



Und natürlich gibts auch Kaffee, gestickte Bilder, Schnitzereien, Süßigkeiten, massgeschneiderte Garderobe und zum Angucken in der Bar – DAS:

Und das mir, wo ich mich doch so vor Schlangen grusele 🙂
Ich hab’s überlebt! In Hanoi angekommen, haben wir am Abend unseren Zug nach Hue genommen. Schlafwagen „Livitrans“, angeblich sehr luxuriös. Unser Abteil durften wir uns mit zwei älteren Damen aus Frankreich teilen, die die oberen Betten, die man über ausklappbare Trittstufen an der Wand besteigen musste, nie lebend erreicht haben. Deshalb sind wir nach oben gezogen.
Eine der Damen war gebürtige Vietnamesin aus dem Süden, hatte bereits ihre Kindheit auf französischen Schulen verbracht und verliess das Land mit 14 mit den Franzosen. Seitdem war sie nur einmal zurück in Vietnam und nun mit einer Reisegruppe. Sie konnte nur noch sehr wenig vietnamesisch sprechen und das wenige, was sie über die Vietnamesen zu sagen hatte, war wenig herzlich. Es muss merkwürdig sein, zu seiner Heimat ein so gebrochenes Verhältnis zu haben und das frühere Zuhause so sehr als Fremde zu bereisen.
Die 13 Stunden Fahrt waren OK, aber nicht gerade das, was man unbedingt haben muss. Diese Züge hier sind unfassbar laut, fahren extrem unruhig und die Betten sind auch nicht besonders komfortabel. Egal- der Zug war pünktlich und hat uns ans Ziel gebracht in die Königsstadt Hue, in der wir den heutigen Tag verbracht haben. Dazu aber mehr nach dem Abendessen.



