Vietnam 2017 – ab in die Höhle – Sandras Perspektive, Teil 1

Ja, ich wollte diese Tour machen und Ja, ich hatte ziemliche Manschetten, ob ich das schaffe. 25 Kilometer in zwei Tagen, 400 Höhenmeter, eine Tour quer durch einen Dschungel, in dem es Schlangen gibt (und wie ich direkt vor Abfahrt erfahren habe, auch Blutegel hmmm….), übernachten IN einer Höhle. All das hat mir reichlich Respekt abgenötigt und so war unsere Abreise früh am Morgen aus dem Farmstay doch von ziemlich gemischten Gefühlen begleitet. Außerdem war ich mir unsicher, ob wir vom Equipment her richtig ausgestattet sind. Ich habe bis drei Minuten bevor der Bus fuhr darüber nachgedacht, welche Schuhe ich anziehe (und übrigens die richtige Wahl getroffen) und ob ich warm genug eingepackt bin. Als sich dann auch noch Mel und Anthony aus Brisbane zu uns gesellten in High Class Wanderboots, fester Outdoorjacke und (zumindest Anthony) asketisch bis in den großen Zeh (kein Gramm Körperfett, sonnengegerbte Haut und drahtig), ist mir das Herz endgültig in die Hose gerutscht und ich war mir fast sicher mich auf ein Abenteuer einzulassen, das im Fiasko werden würde.


Nach einer kurzen Einweisung im Office der Company (Oxalis), die die Lizenz hat, diese Höhlentour durchzuführen , war ich mir zumindest in einem Punkt sicher: „Diese Jungs und Mädels sind so hochprofessionell, wenn ich im Dschungel oder in der Höhle strande oder mir die Haxen breche, die wissen, wie sie mich da raus holen!“

Erster Zwischenstopp beim Abstieg

Unsere Gruppe umfasste insgesamt 16 zahlende Gäste und es war ein wirklich lustige Truppe. Ein Paar, wohnhaft in Singapur, Sie Polin, er Schotte; Mel und Anthony aus Brisbane; Der Engländer Chris, der als IT-Fachmann auf Reisen quer durch die Welt lebt und für seine Jobs nur WLAN und Laptop braucht; zwei Kanadier, Christopher und ein Asiate, dessen Namen ich vergessen habe; zwei junge Holländerinnen; Martin und Kirsten aus Düsseldorf, im Partnerlook und ca. Mitte 20; Vanni und Tommy aus Italien, Vanni – Architekt, wohnhaft in Berlin, spricht neben italienisch auch hervorragend englisch, deutsch und holländisch und Tommy – international Consultant, der Ländern, wie dem Libanon oder Irak beibringt, wie sie in ihren Verfassungen Flüchtlings- oder Frauenrechte verankern, sehr spannender Typ und einer der FLIESSEND Englisch spricht, als ITALIENER!!!; ein Kroate, der diese Tour in kurzen Hosen und Schlappen gemacht hat, davor Respekt, ansonsten eher langweilig, deshalb habe ich auch seinen Namen vergessen und….. ach ja, Sandra und Christoph aus Hamburg/ Deutschland – die Ältesten der Truppe!!! „Die Ältesten“!!!! – in dieser Rolle war ich noch nie und ich gebe zu, das ist auch keine so tolle Erfahrung.

Man achte auf die Schuhe!!! Die Jungs waren mit diesen Sandalen dreimal so schnell wie jeder von uns!!!

Ok, außer uns gab es aber auch noch unsere Guides Thao und Lam, zwei Engel, die nur noch eines perfektionieren müssen, nämlich ihr Englisch, ansonsten sind sie prima! Außerdem dabei: diverse Safety Assistants und Porter, die uns zum Einen auf dem Trip begleitet, uns aber auch extrem viel abgenommen haben, nämlich nicht nur den Transport von Essen, Schlafsäcken, etc., sondern auch alles an persönlichem Gepäck, was wir nicht auf der Tour, sondern erst im Camp benötigen würden. Sherpas sozusagen, kein Wunder, dass ich mich gefühlt habe wie ein Expiditionsreisender 🙂 .


Ausgesetzt wurden wir an einem „Hiking-Point“ an der einzigen Straße, die den Phong-Nha-Ke-Bang-Nationalpark durchzieht. Von dort ging es erstmal abwärts. Durch den Dschungel auf einem extrem glitschigen Pfad, auf dem sich der ein oder andere von uns schon auf den ersten 200 Metern auf den Hosenboden setzte. 


Unten angekommen, sind wir dann über lange Strecken dem Flusslauf gefolgt, bis ins Dorf Doong, in dem eine kleine ethnische Minderheit heute noch so lebt, wie wahrscheinlich schon vor 50 Jahren. Es gibt kein Auto, keine Landmaschine, nur in wenigen Häusern fließend Wasser, alle eben von der Landwirtschaft und vom Fischfang, für die Schule wird gerade mal wieder ein Lehrer gesucht, weil der letzte nach drei Monaten zurück in die Stadt geflüchtet ist. Und dann sind da noch – neben den Wasserbüffeln – die Touristen, die täglich in Grüppchen durchziehen und mit einem einfachen Mittagessen bewirtet werden. Auch das bringt wichtiges Geld für die notwendigen Anschaffungen des Dorfes und insbesondere die Kinder haben noch nicht den Spaß daran verloren die Langnasen zu necken.

Im Hintergrund Thao, unser immer lustiger Guide und den vorne kennt ihr ja 🙂 (Auch immer lustig!)

Nach diesem kurzen Zwischenstopp gings weiter immer entlang und gelegentlich auch über den Fluss und seine vielen Arme, die sich durch das Tal schlängeln. Wir hatten extremes Glück: Zum einen hat es trotz grauen Himmels kein einziges Mal geregnet, zum andern hatten wir das seltene Erlebnis mehrfach Affen sehen zu können, nur mit der Kamera und dem Teleobjektiv waren wir meistens nicht schnell genug.

Bis wir unser Ziel für die Nacht erreichten, die Hang En – die drittgrößte, bisher bekannte Höhle der Welt, die erst Anfang der 90er Jahre entdeckt wurde….. so und jetzt muss ich erstmal wieder schlafen,  von diesem Erlebnis schreibe ich Euch morgen früh mehr……wenn das kein klassischer Cliffhanger ist….. 🙂

Hinterlasse einen Kommentar