So ein Brussels Airlines-Flug von Brüssel über Kigali (Ruanda) nach Entebbe (Uganda) ist kein gewöhnlicher Urlaubsflieger – das steht schon mal fest! Denn neben einigen wenigen Touristen und ein paar mehr afrikanischen Heimkehrern war diese Maschine randvoll mit Mitarbeitern nichtstaatlicher Organisationen auf der Rückkehr aus dem Weihnachtsurlaub. Ob vor der Toilette oder in den Reihen um uns herum, waren die Worte „Project“ und „Development“ die mit Abstand häufigsten Vokabeln. Seit den Schilderungen einer Freundin aus Ruanda habe ich zugegebenermaßen ein gespaltenes Verhältnis zu den vielen Europäern, Amerikanern und Australiern, die in Afrika für die ein oder andere gute Sache unterwegs sind. Nicht alle dieser NGO’s scheinen gut darauf zu achten, wie sie ihr Geld ausgeben und so mancher „Expat“ organisiert in Afrika vor allem sein eigenes angenehmes Leben.
Bevor mir jemand vorwirft, undifferenziert zu sein: Ja, ich weiss, es gibt auch viele Menschen, die in diesen Ländern einen tollen Job machen und großartige Hilfe zur Selbsthilfe leisten!!! (Von Einigen wird später auch noch ausführlich die Rede sein)
Gelandet in Entebbe, durften wir umfangreiche Einreiseformalitäten über uns ergehen lassen. Diese beginnen mit dem ersten Posten, bei dem die Impfpässe kontrolliert werden (Gelbfieberimpfung ist Pflicht!), dann steht man an der nächsten Schlange an, in der sich alle sammeln, die dachten, dass sie besonders schnell durch die Immigration kommen, weil sie sich um ein E-Visa gekümmert haben. Also, die Menschen, die Fragebogen vorab ausgefüllt (muss man im Flieger trotzdem nochmal machen) und Fotos hochgeladen haben (trotzdem wird man bei Einreise nochmal fotographiert), anschließend noch kurz eine digitale Unterschrift und schon wird ganz analog ein Visum ausgedruckt und in den Pass geklebt. Dass dauerte ein Momentchen, hat aber der Laune keinen Abbruch getan!!
Dafür war das Gepäck schon da und wir hätten uns beinahe auch noch in die nächste Schlange gestellt, bis wir begriffen haben, dass wir durchgehen dürfen, weil wir zu den wenigen gehörten, die nichts beim Zoll zu deklarieren hatten. Das hatten einige der anderen Touristen nicht begriffen und standen nochmal brav an um das Gepäck durchleuchten zu lassen :-)))
In Afrika ist also schon ein Einreise ein kleines Erlebnis!
Der Rest des Abends ist kurz erzählt. Ein freundlicher Fahrer brachte uns ins Hotel, nachdem ein kurzer Zwischenstopp an einem Restaurant an einer geschlossenen Küche scheiterte (und auf dem Parkplatz stand ein Minibus der UN :-)))) ). In der Karibu-Lodge angekommen, gab’s dafür kaltes ugandisches Bier, Erdnüsse und mitgebrachte belgische Waffeln! Ein grandioser Abschluss eines unkomplizierten Reisetages.

