Uganda 2018 – Die Safari beginnt!

Unser erstes Ziel liegt im Mittelwesten Ugandas – der Murchison Falls Nationalpark. Unser Fahrer widerlegt erstmal alle Erfahrungen der letzten Tage und ist pünktlich auf die Minute. Mit Noel, der im morgendlichen Berufsverkehr allergrößte Nervenstärke beweist, machen wir uns auf den Weg. Gut 300 Kilometer liegen vor uns und das nur am Anfang auf Asphaltpisten. Das erste große Hindernis ist ein Strassenmarkt noch in Kampala. Auf einer Länge von etwa einem Kilometern quälen wir uns an unzähligen Ständen und Menschenmengen vorbei, Die Meisten, so wirkt es vom Auto aus, kaufen oder verkaufen Kochbananen (vermutlich für Matoke). Riesige Stauden stapeln sich links und rechts der Straße und auf den – natürlich in zweiter Reihe abgestellten – LKW.

Bis wir endlich auf dem Land sind, geht es durch diverse Vorstadtsiedlungen, in denen es neben kleinen Läden, Strassenständen mit Lebensmitteln und Mobilfunkanbietern immer auch eine leere Fläche gibt, auf der Autos und Motorräder gewaschen werden. Autowäsche ist – sagt mir Noel – wichtig für die Ugander! wer es sich leisten kann wäscht seinen Wagen regelmässig.

Dann zieht es sich. Ein paar Kilometer Landstraße, gesäumt von Maniok- und Teefeldern, Gemüsegärten und Buschland, dann wieder ein Dorf mit ein paar wenigen Häusern, einem Laden und ein paar Ständen. dann wieder ein paar Felder und Büffel und das nächste Dorf.

Je weiter wir uns von Kampala entfernen, desto ursprünglicher wird es. Die gemauerten Häuser wechseln sich ab mit afrikanischen Rundhütten (in den meisten wird heute nur noch gekocht) und die Kleidung wird traditioneller. Insbesondere die Frauen sind häufiger in traditionellen farbenfrohen afrikanischen Kleidern zu sehen.

Highlight auf dieser auf Dauer doch eintönigen Fahrt, ist ein uns entgegenkommender Konvoi. Mit absurd schneller Geschwindigkeit für diese Straßenverhältnisse (und für die vielen Kinder und Ziegen auf der Straße) schießt eine Kolonne aus mehreren, bis an die Zähne bewaffneten Militärfahrzeugen und zwei Limousinen an uns vorbei. Laut Noel ist dort der Präsident auf dem Weg nach Kampala unterwegs.

Die ersten Tiere dürfen wir schon vor dem Mittagessen bestaunen, denn unsere erste Station ist die Rhino Sanctuary. Dort werden seit 1983 die, in Uganda seit den 70er Jahren ausgestorbenen, Breitmaulnashörner in einem 70 Quadratkilometer großen Areal gezüchtet. Aktuell sind es 21 dieser Tiere. Wenn die Zahl von 40- 50 erreicht ist, soll mit der Auswilderung begonnen werden.

Noel bringt uns, begleitet von einem Ranger des Parks, über kleine sandige Pisten ins Innere der Savannenlandschaft. Anschliessend marschieren wir im Gänsemarsch los. Ein Ranger vorne, einer am Ende. Nach etwa 10 Minuten sehen wir die ersten Nashörner. Es sind sieben Tiere, die es sich im Schatten eines großes Gebüschs gemütlich gemacht haben.

Wir dürfen bis auf nur etwa 15 Meter an die Tiere heran. Keiner unserer Ranger ist bewaffnet, was, zumindest mir, kurzfristig ein mulmiges Gefühl macht. Uns wird alles mögliche erklärt, zum Beispiel, dass sie bis zu 150 Kilo am Tag fressen, dass sie bis 45 km/h schnell werden und auch gerne mal 3 km am Stück rennen können. DAS sind die wahren Konkurrenten für Usain Bolt!!

Etwa eine halbe Stunde durften wir uns bei der Gruppe aufhalten, dann ging’s zurück zum Wagen. Eines der Nashörner heisst übrigens „Obama“, weil eins der Elterntiere aus Kenia und das andere als Geschenk aus den USA stammt. „Trump“ wird hier sicher kein Tier je genannt! Und noch ein Tipp, für alle die je ein Nashorn treffen.

Breitmaulnashörner, sogenannte „White Rhinos“ sind freundlicher als Spitzmaulnashörner (Black Rhinos), sollte doch mal eines auf Euch zurennen, versteckt Euch hinter dem nächsten Baum oder Busch. Die Tiere sehen sehr schlecht und suchen immer die Weite auf der Flucht.

Nach diesem großartigen Erlebnis zum Einstieg geht unsere Fahrt weiter zu unserer Lodge, der Murchison River Lodge, direkt am Nil, und sind ganz aufgeregt, dass wir wenige Kilometer vor der Lodge bereits die ersten Affen treffen. Paviane und eine weitere Art, deren Name ich nachreichen muss.

Die Lodge ist zauberhaft gelegen und ein sehr besonderer Ort. In den Zimmern gibt es nur kleine solarbetriebene Funzeln und keine Steckdosen. Kameras oder Telefone werden zentral an der Bar geladen. Geht auch! Besonders lustig: die Nilpferde hört man nicht nur, man wird nachts auch vom Restaurant in die Cottages begleitet, wie die Hippos manchmal nachts durch die Lodgeanlage streifen (soweit Hippos eben „streifen“ können).

Aufstehen am nächsten Morgen 5:15 Uhr, 5:45 Frühstück, 6:15 geht es mit einer kurzen Fähe über den Nil und zu unserem ersten mehrstündigen Gamedrive. Dazu morgen mehr

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