Unsere Campingplatzchefin hat recht behalten: die Sonne hat gestern nur ein kurzes Gastspiel gegeben. Heute morgen ist davon nichts, aber auch gar nichts mehr zu sehen. Es ist grau und neblig. Außerdem nieselt es.
Von unserem Stopp bei den sogenannten Pancake-Rocks hält uns das nicht ab, schliesslich sind wir deswegen ja hier im regenreichen Nordwesten (der Südinsel) und ein Gutes hat es: Der Regen hat womöglich so manchen von diesem Ausflug abgehalten. Jedenfalls ist es bei weitem nicht so voll, wie wir befürchtet hatten.


Warum diese Felsen im Meer Pancake-Rocks heissen, muss man nicht erklären, spannend ist aber, dass die Geologen bis heute nicht wissen, warum das Gestein hier so bizarre geschichtete Formen gebildet hat.

Fast genauso besonders und schön wie die Stapel selbst, sind die Formen, die durch die Felsabbrüche entstanden sind. Mit etwas Phantasie entdeckt man hier Gesichter, Profile von Tierköpfen und ähnliches.

Und mittendrin in diesem steinernen Kunstwerk tost das Meer.Hier hat sich eine Art Pool gebildet, in der die Wellen aus verschiedenen Richtungen aufeinanderprallen und ordentlich Radau veranstalten.

Schon wieder so ein besonderer Ort, den wir sicher nicht vergessen werden und wie schön, dass es auch Plätze gibt, die sich zwar ständig verändern und trotzdem schon so viele Jahrhunderte überleben konnten.


Kaum sind wir zurück im Auto wird das Wetter noch schlechter. Es regnet auf den nächsten 40 Kilometern in Strömen. Erst als wir abbiegen um durch die Berge zurück in den Osten der Insel zu fahren wird es besser.

Beinahe schlagartig hinter einem Höhenzug kommt die Sonne heraus und es wird warm. Ich kann das alles nicht so richtig geniessen, denn meine Erkältung der letzten Tage ist nicht etwa abgeklungen, sondern hat sich deutlich verstärkt. Heute fühle ich mich richtig krank. Der Hals tut weh, ich huste und mir ist abwechselnd warm und kalt. Christoph bereitet mir deshalb auf dem Beifahrersitz ein richtiges Krankenlager mit dicken Kissen, sodass ich einen Großteil der Fahrt einfach verschlafe.

Er weckt mich nur, wenn es was zu sehen und zu fotografieren gibt.
Unser Ziel ist Kaikoura, eine frühere Walfangstadt und heute DER Anziehungspunkt für alle, die Wale erleben wollen.
Bei einer Kaffeepause gelingt es mir noch zwei Tickets auf einem Whale Watching-Boot am nächsten Morgen zu organisieren. Während ich auf „Tickets kaufen“ klicke, schicke ich ein Stoßgebet zum Himmel, dass ich morgen überhaupt gesundheitlich in der Lage sein werde, die Tour mitzumachen.
Den Rest der Fahrt verschlafe ich. Unser Campingplatz ist nicht schön, aber praktisch, denn von dort sind es nur zwei Minuten zum Büro unseres Tour-Veranstalters morgen früh und immerhin müssen wir dort schon um 7:45 antreten.

Ich schlafe eine Stunde auf dem Campingplatz, bevor ich mich mit Christoph aufmache um im Zentrum der kleinen Stadt noch eine Kleinigkeit zu essen. Das Schlafen hat gut getan und so bin ich wieder optimistischer, dass ich morgen mit an Bord gehen kann.